Ein paar Worte zu meinem Blog...

Dieses Blog ist mein privates Tagebuch. Mein Job ist Hure. Bevor ich mein Blog öffentlich gemacht habe, habe ich es seit 2013 nur für mich geschrieben.

Solltet Ihr hier mit der Erwartung lesen, dass es eine Art Pornoblog ist, muß ich Euch also leider enttäuschen... ;-))

Dafür könnt Ihr virtuell an meinem Leben als Sexdienstleisterin und auch als Privatperson teilhaben, wenn Ihr mögt. Was sicherlich ganz anders ausschaut, als viele sich das vorstellen... mehr dazu könnt Ihr bei „Über mich“ lesen.

Mein aktuelles Thema ist der Ausstieg aus diesem Gewerbe, den ich anstrebe, der sich jedoch aus monetären Gründen nicht so einfach gestaltet, wie man sich das vielleicht vorstellt...

Eure Andrea

Donnerstag, 9. Juni 2016

Antwort auf eine E-Mail :-)

Antwort auf eine E-Mail-Frage von Roman vom 8. Juni, 2016
Liebe Andrea. Ich lese ja schon viele Wochen dein Blog. Ich habe den Eindruck, dass dir Geld verdienen an dem Job am meisten Freude bereitet z. B. wenn ein Freier kürzer da ist als er kann und doch den vollen Preis bezahlt. Gibt es bei dir als Hure noch andere Motive diesen Job zu mögen? Magst du bestimmte Gäste sehr gerne? LG Roman

Lieber Roman,

da wir ja hier unter uns sind ;-)) und ich anonym bin und nicht unter meinem richtigen Namen arbeite und annonciere, und es deshalb unwahrscheinlich ist, dass Heerscharen künftiger potenteiller Gäste mein Blog lesen UND mich zudem identifizieren lol werde ich Dir eine ehrliche Antwort geben.

Ja, Dein Eindruck ist vollkommen richtig und zutreffend. Die größte Freude an dem Job ist für mich die, wenn ich die Kohle habe. Genaugenommen ist das meine einzige Freude an dem Job :) und ich behaupte, dass dies auch für mind. 95% meiner Kolleginnen so zutreffend ist. Paar Einzelfälle, die ü40-Einsteigerinnen auf dem Selbstfindungstrip oder Pro Prost Lobbyistinnen, die die Anschafferei als "normalen Beruf" sehen und das "gut" finden, vielleicht ausgenommen. Wertfrei die Kolleginnen kurz beschrieben, nur der Einfachheit halber. Aber diese Frauen sind wirklich Ausnahmefälle, Einzelfälle, angesichts der hunderttausenden in der Prostitution tätigen Frauen, und sie stehen definitiv NICHT für das Gros der Huren. Das Gros findet man in Laufhäusern, Bordellen,... vornehmlich zu ca. 90% sind es Ausländerinnen, kaum deutschsprachig, vor allem aus Osteuropa, und ich sage Dir, denen geht es fast durch die Bank wie mir!

Und das auch schon IMMER, seitdem ich anschaffe und egal wo... ob Club, Wohnungsbordell, Straße, Wohnwagen, Bar mit Separée, Hausbesuche,... wir wollen nur die Kohle und es schnell hinter uns bringen. Jd. falls die, die seelisch noch halbwegs gesund sind, die die total kaputt sind und den Ekel nicht mehr ertragen, und die, die schnelles Geld für Drogen und Alk brauchen...


Für mich persönlich gibt es über das Geld hinaus KEIN einziges Motiv, diesen Job zu mögen... 

Ich persönlich, als Andrea, mag die Gäste nicht "gerne". Sie sind für mich reines Arbeitsmaterial. Klingt zwar hart, aber so ist es, und war auch noch niemals anders.

Aber natürlich lasse ich dies meine netten Gäste nicht spüren und vermittle ihnen etwas ganz anderes...

Die lassen ihre meist sauerverdiente Kohle bei mir, und wenn sie nett sind, sollen sie sich bei mir auch wohlfühlen... ich möchte dann, dass sie zufrieden und gutgelaunt wieder gehen.

Für mich ist Gast Gast, sofern er nett ist und nicht übergriffig, bzw. das, was ich für mich persönlich als übergriffig empfinde (ätzende Grabbelopa's, Typen, die einem gerne ungefragt ihre ungewaschenen Hände in sämtliche Körperöffnungen stecken oder einen von oben bis unten absabbern wollen, usw.).

Für mich macht es auch KEINEN Unterschied, ob jemand jung oder alt oder körperlich attraktiv ist oder nicht. Ich nehme den einen nicht anders wahr als den anderen. Es sind Freier, die mir Geld bringen und für die ich persönlich keine Sympathie habe... denn PERSÖNLICH bin ich währendessen eigentlich nie wirklich anwesend. Ich spalte mich ab, behandel die Netten gut und erzähle ihnen die Geschichten, die sie hören möchten, wenn sie labern wollen... (auch vollkommen frei erfundene lol).

Und ich fühle mich wohl, wenn sie ein gutes Erlebnis bei mir hatten und das Gefühl haben, dass das Preis-Leistungsverhältnis stimmig ist. Es ist deutlich angenehmer mit zufriedenen Kunden zu arbeiten, als Freier zu haben, die das jetzt scheiße fanden, was da abgegangen ist... trotzdem bin ich natürlich froh, wenn sie weg sind. Ich sitze und arbeite hier nur für's Geld.

Oder sagen wir mal so: ich habe in den ganzen Jahren NOCH NIEMALS einen Gast getroffen, mit dem ich 'nen Kaffee trinken gegangen wäre, hätte er mich NICHT dafür bezahlt... nicht einen!

Allerdings gibt es Gäste, die mir angenehmer sind als andere... wenn ein Gast nett, fröhlich, humorvoll, locker ist, bischen unverfänglich labern will, die Kollega mal streichelt :-) und er noch sauber und pflegeleicht ist, ist er mir natürlich angenehmer als ein alter, nörglerischer Stinker, der schon mit nem Gesicht wie sieben Tage Regenwetter bei mir zur Tür reinkommt oder einer, mit dem man ne Std. lang nix sprechen kann, weil er total schüchtern und in sich gekehrt ist, und wo man regelrecht raten muß, was dem gefällt, weil er keinen Mucks von sich gibt, und sich die Zeit dann zieht wie Kaugummi oder so...

Andrea

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