Habe in den letzten Tagen
situationsbedingt auch nach Themen wie „Ausstieg aus der
Prostitution“, „Finanzielle Ausstiegshilfe für Prostituierte“,
usw. gegoogelt. Es gibt zwar zahlreiche „Ausstiegshilfen“, aber
die Hilfe, die ich benötige, gibt es offenbar nicht.
Die Ausstiegshilfen, die ich
recherchieren konnte, bieten Hilfe an für Prostituierte, die mit
Gewalt konfrontiert sind, eventuell mit Wohnungslosigkeit, die
überhaupt keine beruflichen Perspektiven haben und erst in ein
gefördertes „Berufsfindungsprogramm“ gesteckt werden, mit
allerlei Maßnahmen, Kursen, etc., und vor allem scheinbar für
Frauen, die dermaßen von „Ekel“ für ihren Job betroffen sind,
dass sie am liebsten keinen einzigen Freier mehr machten möchten...
Finde ich super, dass es so was gibt.
Aber all das trifft auf mich nun mal NULL zu und hilft mir nicht
weiter...
Ich habe eine Wohnung, ich habe einen
Job, ich bin nicht mit Gewalt konfrontiert und benötige keine
Berufsfindung und keine Kurse. Für das, was ich machen möchte,
bringe ich das nötige Know How mit, weil ich im Laufe meines Lebens
die entsprechenden Erfahrungen gesammelt habe. Ich kann organisieren,
ich kenne mich mit der einfachen Buchführung, mit Steuern und
Steuererklärungen, mit EDV und dem ganzen Kram aus, und bin auch in
allem anderen diesbezüglich fit. Weder fehlt es mir an Ideen noch an
Disziplin. Auch muß ich nicht „lernen“, morgens zeitig
aufzustehen und meinen Verpflichtungen nachzukommen, etc. Es ist gut,
dass es solche Angebote gibt, für die Menschen, die es brauchen.
Aber mir taugt es leider überhaupt nichts.
Den meisten Prostituierten wird
offenbar erst mal dabei geholfen, ein regelmässiges Auskommen zu
haben, wenn sie aussteigen möchten, was i.d.R bedeutet H4. Aber ein
monatliches Einkommen in H4-Höhe erwirtschafte ich mir ja jetzt bereits
auf solider Basis (in einem "normalen" Angestelltenverhältnis) selbst... und vielen wird bei der Wohnungssuche geholfen,
die vorher im Puff gelebt habe. Aber auch eine Wohnung habe ich. Ich
bin einfach nicht das Klientel, für das diese Angebote gemacht
sind...
Bin ich so eine Ausnahme unter den
„aussteigwilligen“ Prostituierten...? Anscheinend ist es so, weil
ich mir mein Leben nicht komplett, sondern nur in Teilen versemmelt
habe...
Selbst mit Drogen und Alk habe ich
absolut nichts am Hute...
Wahrscheinlich kann man nur Hilfe
bekommen, wenn man total am Boden liegt...
Ich kann auch nicht damit aufwarten,
dass ich mich vor meinem Job als solchen „ekel“, und es deshalb
„unerträglich“ für mich ist, mit den Typen auf die Matratze zu
gehen...
Das wäre einfach gelogen, denn ich
ekel mich einfach nicht vor meinen Gästen... das habe ich übrigens
noch niemals getan. Weder ganz am Anfang, als ich meine ersten Gäste
gemacht habe, und auch bis heute ekel ich mich nicht vor den Männern,
die zu mir kommen... was vielleicht auch daran liegt, dass ich
niemals einen „Drecksau“-Service angeboten habe (wie ich es ja
gern immer ein kleines bischen „boshaft“ nenne :-) )...hätte ich
das jemals getan oder würde ich das tun, würde es mich vermutlich
auch ekeln... aber was mich ekelt, das mache ich nicht! Ist doch
normal so, oder?! Würde mir übrigens auch bei vollkommen privaten
ONS nicht anders ergehen (die ich nicht habe, weil sie mir persönlich
nichts geben, aber jeder so wie er mag). Der Sex, den ich mit meinen
Gästen habe, ist im Großen und Ganzen relativ „mechanisch“ und
„clean“... ich bin dabei sehr auf Gesundheit, auf Hygiene und
auch auf meine Psychohygiene bedacht, und das war von Anfang an so.
Zumal die Gäste, die zu mir kommen, zu mindestens 90 Prozent auch
körperlich sehr sauber und gepflegt sind. Die allermeisten haben
daheim schon geduscht und sich saubere Unterwäsche und Socken
angezogen :-)) viele duften angenehm dezent und etliche rasieren sich
sogar für ihren Besuch bei mir extra frisch. Da gibt’s selten was
zu meckern ;-)
Ich habe absolut kein Problem damit,
meinen Job noch so lange auszuüben und noch so lange mit den Freiern
auf die Matratze zu gehen, bis ich mir das Geld für den Ausstieg aus
der Prostitution selbst erwirtschaftet habe. Nichts anderes ist ja
auch schon seit längerem mein Anliegen. Nur werde ich das eben in
meiner eigenen Wohnung hier auf dem Kuhdorf nicht schaffen, weil die
Frequentierung hier zu niedrig ist, um mal auf einen grünen Zweig zu
kommen. Aber mit dem Job an sich, der sich auf das „Bedienen der
Kunden“ beschränkt, habe ich kein Problem, und diese Arbeit ist ja
auch nicht der Grund für den Wunsch nach einem Ausstieg aus der
Prostitution. Ein wesentlicher Grund für mich ist eben, dass ich
diesen Job nicht bis zur Rente (!) machen möchte, weil ich gerne
auch noch etwas anderes mit meinem Leben anstellen möchte... und
sicherlich irgendwo auch, weil die gesamte Prostititution in
Deutschland so allmählich den Bach runtergeht und es immer
schwieriger wird, in diesem Job Geld zu verdienen. Dies ist aber für
mich zweitrangig. Vor allem möchte ich nicht mein gesamtes Leben als
Prostituierte gearbeitet haben...
Nun, ich werde einfach das tun, was ich
tun kann... werben und präsent sein, Gäste empfangen und darauf
hoffen, diesen Teufelskreis des nicht viel zu wenig Verdienens in
meiner eigenen Wohnung, um einen Ausstieg aus dem Gewerbe umsetzen zu
können, irgendwie zu durchbrechen... so viel Geld zu verdienen, um
temporär in anderen Terminwohnungen das Geld für den Ausstieg
verdienen zu können... es bleibt mir auch nichts anderes übrig,
wenn nicht von irgendwoher ein kleiner Geldsegen in Form eines
Darlehens kommt... also, weitermachen wie bisher LOL.

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