Ein paar Worte zu meinem Blog...

Dieses Blog ist mein privates Tagebuch. Mein Job ist Hure. Bevor ich mein Blog öffentlich gemacht habe, habe ich es seit 2013 nur für mich geschrieben.

Solltet Ihr hier mit der Erwartung lesen, dass es eine Art Pornoblog ist, muß ich Euch also leider enttäuschen... ;-))

Dafür könnt Ihr virtuell an meinem Leben als Sexdienstleisterin und auch als Privatperson teilhaben, wenn Ihr mögt. Was sicherlich ganz anders ausschaut, als viele sich das vorstellen... mehr dazu könnt Ihr bei „Über mich“ lesen.

Mein aktuelles Thema ist der Ausstieg aus diesem Gewerbe, den ich anstrebe, der sich jedoch aus monetären Gründen nicht so einfach gestaltet, wie man sich das vielleicht vorstellt...

Eure Andrea

Sonntag, 17. Januar 2016

Ausstiegshilfen für Prostituierte

Habe in den letzten Tagen situationsbedingt auch nach Themen wie „Ausstieg aus der Prostitution“, „Finanzielle Ausstiegshilfe für Prostituierte“, usw. gegoogelt. Es gibt zwar zahlreiche „Ausstiegshilfen“, aber die Hilfe, die ich benötige, gibt es offenbar nicht.

Die Ausstiegshilfen, die ich recherchieren konnte, bieten Hilfe an für Prostituierte, die mit Gewalt konfrontiert sind, eventuell mit Wohnungslosigkeit, die überhaupt keine beruflichen Perspektiven haben und erst in ein gefördertes „Berufsfindungsprogramm“ gesteckt werden, mit allerlei Maßnahmen, Kursen, etc., und vor allem scheinbar für Frauen, die dermaßen von „Ekel“ für ihren Job betroffen sind, dass sie am liebsten keinen einzigen Freier mehr machten möchten...

Finde ich super, dass es so was gibt. Aber all das trifft auf mich nun mal NULL zu und hilft mir nicht weiter...

Ich habe eine Wohnung, ich habe einen Job, ich bin nicht mit Gewalt konfrontiert und benötige keine Berufsfindung und keine Kurse. Für das, was ich machen möchte, bringe ich das nötige Know How mit, weil ich im Laufe meines Lebens die entsprechenden Erfahrungen gesammelt habe. Ich kann organisieren, ich kenne mich mit der einfachen Buchführung, mit Steuern und Steuererklärungen, mit EDV und dem ganzen Kram aus, und bin auch in allem anderen diesbezüglich fit. Weder fehlt es mir an Ideen noch an Disziplin. Auch muß ich nicht „lernen“, morgens zeitig aufzustehen und meinen Verpflichtungen nachzukommen, etc. Es ist gut, dass es solche Angebote gibt, für die Menschen, die es brauchen. Aber mir taugt es leider überhaupt nichts.

Den meisten Prostituierten wird offenbar erst mal dabei geholfen, ein regelmässiges Auskommen zu haben, wenn sie aussteigen möchten, was i.d.R bedeutet H4. Aber ein monatliches Einkommen in H4-Höhe erwirtschafte ich mir ja jetzt bereits auf solider Basis (in einem "normalen" Angestelltenverhältnis) selbst... und vielen wird bei der Wohnungssuche geholfen, die vorher im Puff gelebt habe. Aber auch eine Wohnung habe ich. Ich bin einfach nicht das Klientel, für das diese Angebote gemacht sind...

Bin ich so eine Ausnahme unter den „aussteigwilligen“ Prostituierten...? Anscheinend ist es so, weil ich mir mein Leben nicht komplett, sondern nur in Teilen versemmelt habe...

Selbst mit Drogen und Alk habe ich absolut nichts am Hute...

Wahrscheinlich kann man nur Hilfe bekommen, wenn man total am Boden liegt...

Ich kann auch nicht damit aufwarten, dass ich mich vor meinem Job als solchen „ekel“, und es deshalb „unerträglich“ für mich ist, mit den Typen auf die Matratze zu gehen...

Das wäre einfach gelogen, denn ich ekel mich einfach nicht vor meinen Gästen... das habe ich übrigens noch niemals getan. Weder ganz am Anfang, als ich meine ersten Gäste gemacht habe, und auch bis heute ekel ich mich nicht vor den Männern, die zu mir kommen... was vielleicht auch daran liegt, dass ich niemals einen „Drecksau“-Service angeboten habe (wie ich es ja gern immer ein kleines bischen „boshaft“ nenne :-) )...hätte ich das jemals getan oder würde ich das tun, würde es mich vermutlich auch ekeln... aber was mich ekelt, das mache ich nicht! Ist doch normal so, oder?! Würde mir übrigens auch bei vollkommen privaten ONS nicht anders ergehen (die ich nicht habe, weil sie mir persönlich nichts geben, aber jeder so wie er mag). Der Sex, den ich mit meinen Gästen habe, ist im Großen und Ganzen relativ „mechanisch“ und „clean“... ich bin dabei sehr auf Gesundheit, auf Hygiene und auch auf meine Psychohygiene bedacht, und das war von Anfang an so. Zumal die Gäste, die zu mir kommen, zu mindestens 90 Prozent auch körperlich sehr sauber und gepflegt sind. Die allermeisten haben daheim schon geduscht und sich saubere Unterwäsche und Socken angezogen :-)) viele duften angenehm dezent und etliche rasieren sich sogar für ihren Besuch bei mir extra frisch. Da gibt’s selten was zu meckern ;-)

Ich habe absolut kein Problem damit, meinen Job noch so lange auszuüben und noch so lange mit den Freiern auf die Matratze zu gehen, bis ich mir das Geld für den Ausstieg aus der Prostitution selbst erwirtschaftet habe. Nichts anderes ist ja auch schon seit längerem mein Anliegen. Nur werde ich das eben in meiner eigenen Wohnung hier auf dem Kuhdorf nicht schaffen, weil die Frequentierung hier zu niedrig ist, um mal auf einen grünen Zweig zu kommen. Aber mit dem Job an sich, der sich auf das „Bedienen der Kunden“ beschränkt, habe ich kein Problem, und diese Arbeit ist ja auch nicht der Grund für den Wunsch nach einem Ausstieg aus der Prostitution. Ein wesentlicher Grund für mich ist eben, dass ich diesen Job nicht bis zur Rente (!) machen möchte, weil ich gerne auch noch etwas anderes mit meinem Leben anstellen möchte... und sicherlich irgendwo auch, weil die gesamte Prostititution in Deutschland so allmählich den Bach runtergeht und es immer schwieriger wird, in diesem Job Geld zu verdienen. Dies ist aber für mich zweitrangig. Vor allem möchte ich nicht mein gesamtes Leben als Prostituierte gearbeitet haben...

Nun, ich werde einfach das tun, was ich tun kann... werben und präsent sein, Gäste empfangen und darauf hoffen, diesen Teufelskreis des nicht viel zu wenig Verdienens in meiner eigenen Wohnung, um einen Ausstieg aus dem Gewerbe umsetzen zu können, irgendwie zu durchbrechen... so viel Geld zu verdienen, um temporär in anderen Terminwohnungen das Geld für den Ausstieg verdienen zu können... es bleibt mir auch nichts anderes übrig, wenn nicht von irgendwoher ein kleiner Geldsegen in Form eines Darlehens kommt... also, weitermachen wie bisher LOL.

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