Ein paar Worte zu meinem Blog...

Dieses Blog ist mein privates Tagebuch. Mein Job ist Hure. Bevor ich mein Blog öffentlich gemacht habe, habe ich es seit 2013 nur für mich geschrieben.

Solltet Ihr hier mit der Erwartung lesen, dass es eine Art Pornoblog ist, muß ich Euch also leider enttäuschen... ;-))

Dafür könnt Ihr virtuell an meinem Leben als Sexdienstleisterin und auch als Privatperson teilhaben, wenn Ihr mögt. Was sicherlich ganz anders ausschaut, als viele sich das vorstellen... mehr dazu könnt Ihr bei „Über mich“ lesen.

Mein aktuelles Thema ist der Ausstieg aus diesem Gewerbe, den ich anstrebe, der sich jedoch aus monetären Gründen nicht so einfach gestaltet, wie man sich das vielleicht vorstellt...

Eure Andrea

Donnerstag, 4. Mai 2017

So viele...

Osteuropäerinnen sind es, die in der Hoffnung, sich durch das Geld aus deutschen Puffs in ihrer armen Heimat irgendwann ein besseres Leben aufbauen zu können, herkommen...

Die meisten, die ich im Laufe der Jahre kennengelernt habe, träumen vom eigenen Café in ihrer Heimat... manche von einem eigenen Kosmetikstudio. Oder wenigstens von einem eigenen abbezahlten Haus.

Sie alle halten das hier irgendwie nur aus, und wollen wieder zurück nach Hause, zu ihren Familien.

Lieber gestern als heute...

Sie alle wollen in ihre Heimat zurück, dort wo Menschen auf sie warten, die sie lieben... zurück in ihre vertraute Kultur, in ihr Land, dessen Sprache sie sprechen und verstehen, und in dessen Sprache sie nachts träumen...

Und dann sind sie in Deutschland und rudern.

Genauso wie ich rudere.

In einem Paddelboot auf dem Ozean... und die Träume entfernen sich immer weiter.

Dafür jeden Tag unzählige ekelhafte Typen, die sie versuchen auszubeuten und zu mißbrauchen für ihre paar Pißmark, wie sie es sich kaum mit einer deutschen Hure getrauen würden...

Und sie sitzen in ihrer Nußschale auf dem Meer des perfiden Wahnsinns... et rien ne vas plus!


Ich erinnere mich an eine einzige (!) Kollegin, die ich vor vielen Jahren gekannt habe, die es geschafft hatte... in ihrer Heimat ein Haus zu kaufen, es abzubezahlen und es zu möblieren... an eine einzige... aber das ist lange her, und damals war auch in dem Gewerbe noch Geld zu verdienen... und mit dem deutschen Hurenlohn konnte man in der Ukraine noch was anfangen, wenn man sparsam und umsichtig war...

Gut, irgendwann verlaufen sich die Kontakte in dem Gewerbe natürlich, und inzwischen habe ich auch kaum noch Kontakte, aber in den letzten Jahren bin ich keiner einzigen Kollegin mehr begegnet, die es geschafft hat, ihr eigenes Café, etc. zu eröffnen...

Sie rudern fast alle...

Ausnahmen mag es geben. Kenne aber keine mehr. Aber mag es trotzdem geben. Und ich spreche von der Otto Normalo-Hure, nicht vom Upper Class-Callgirl, das nur Overnights macht. Diese Frauen liegen im Promillebereich, die kann man getrost ausklammern, wenn man über Prostitution in Deutschland spricht.


Ja, ist alles nicht mehr so einfach...

Andrea

Kommentare:

  1. Hallo:-)
    Es ist eine Tatsache,das in deinem Job nicht mehr gut genug verdient wird,um anständig leben zu können.Darum macht es auch keinen Sinn damit weiterzumachen.Mein Motto in diesen Lagen: Lieber ein Ende mit Schrecken,als ein Schrecken ohne Ende.Hört sich jetzt asozial an,was ich überlege. Könntest die letzen zwei Vermieter um die Miete prellen,das Geld einsacken,für deine Kaution.Den Tank vollmachen und ab heim.Dann Arbeit suchen. Egal was.Es wird sich finden.
    Je länger du in deinem Job bleibst,je mehr Zeit verlierst du. Unterm Strich gesehen kommt man in normalen Job u. günstigen Mietverhältnissen mit dem Geld besser klar.Jedenfalls wird es besser gehen,als jetzt.
    Denn es gibt noch einen Wert,der dir jetzt noch nicht bewusst ist. Erst wenn du ausgestiegen bist,wirst du es wissen.
    Wie das Gefühl ist,endlich wieder die Verfügungsgewalt über deinen Körper zu haben.Das ist mehr wert,als alles andere.
    Ich glaube,du kannst jetzt Monat für Monat so weiter am Existenzminumum rumrödeln,es wird sich geldlich nicht mehr viel tun.Oder du machst einen Sprung ins kalte Wasser.Und schwimmst um dein Leben.Ganz sicher sind deine Chancen besser,mit einem normalen Job als Basis.
    Meine Erfahrungswerte....habe aus der P6 Zeit nur wenig Geld rausgenommen,mir im wesentlichen alles durch einen normalen Job aufgebaut.
    Die Unkosten im Allgemeinen zu hoch,mich hat mein Typ wie eine Zecke ausgesaugt.Ihn loszuwerden,war ein Kampf auf Leben und tot.War zum Schluss krank,atypische Pneumonie,Wasser in der Lunge.Der Körper fix und fertig,da vorher eine Strafaktion der Ludenkonsorten eingesackt hatte.Überfall,Hiebe incl Hatefuck.
    War der letzte Gruss von meinem Mann.Bin Wochen krank in der Bude gelegen.Mein eigener Bruder hat zu meinem Mann gehalten. Habe ihn in der Zeit nicht einmal gesehen.Nur eine Kollegin hat mir in der Zeit eine Tüte Lebensmittel gebracht.Bin ums Haar krepiert.
    Aber nur fast:-)
    Denn eines ist sicher: Immer wenn man denkt,es geht nix mehr,kann man plötzlich aus ungeahnten Reserven schöpfen,von denen man nicht mal wusste,das man sie hat.Viele Frauen haben diese Kraft in sich. DU auch.
    Habe es damals trotzdem geschafft.Habe den Satz nach vorn gemacht,ins normale Leben und mich darin verbissen,wie ein irres Tier in ein Stück Fleisch.Auf mich hat im normalen Leben auch keiner gewartet.Beim Kampf am Anfang um Arbeit ect.gabs auch nix geschenkt.
    Du weisst im Prinzip,das deine Zeit in diesem Scheissjob abgelaufen ist.Ich weiss das du es schaffst,da auszusteigen. Glaube ganz fest daran.Gestern vor dem einschlafen wieder mal für dich gebetet,denn es fällt mir sonst auch nichts anderes ein,als dir Mut zu machen.Und zu beten:-).Denn bestimmt hast du alle Unterstützung des Universums verdient.Das gilts mal anzumahnen,stimmts:-)))
    Vielleicht denkst du über mich: < so ein Kindskopf.
    Aber ich glaube,das man sich den kindlichen Glauben an Hoffnung nie nehmen lassen sollte.Alice Miller,die Psychotante,schrieb viel vom inneren Kind.Das es gilt dies zu hegen und zu pflegen. Weil es in der Kindheit nur allzu roh misshandelt wurde,haben wir wohl die Pflicht,es jetzt in allen Emotionen zu bestätigen.Du weisst sicher,was ich meine:-)
    Würde dir meine Email.Adresse geben,wenn du willst. Teile es mir mit,wenn du daran Interesse hast.Vielleicht könnten wir eine Brieffreundschaft in Gang bringen. Denke jeder geistige Austausch kann Früchte tragen.
    Kenne z. B. die diversen Fallstricke beim aussteigen.Die Versagensängste ,die einen im letzen Moment hindern,Wichtiges zu tun.Es hat eine Menge mit der Psyche zu tun,warum man in der Prostitution gelandet ist und es hat auch viel damit zu tun,warum man sich so schwer tut,da auszusteigen.Dein Hamsterralmarathon zeigt das....
    Es ist wohl bei mir angekommen,warum du noch weiter machst.Hast es ja erklärt.Aber sehe die Lage aus der Distanz naturgemäss etwas anders als du.
    Ich sage dir immer nur: Kratz die Kurve.Jo.Ach Kacke. Die ewige Gardinenpredigt:-)))
    Ansonsten Kopf hoch ,wenn der Hals noch so dreckig ist. Es wird schon werden.Alles wird gut,ganz bestimmt.

    AntwortenLöschen
  2. Das die Frauen zu nichts kommen,ist auch bei den deutschen so.Kenne nur zwei,die den Absprung geschafft haben,Eigentumswohnungen haben. Die eine ging in den Verkauf,die andere wurde Leitung einer Gebäudereinigungsfirma.Beide hatten noch Partner,die mitverdienten.Die restlichen Kollegas sind alle verschütt gegangen.Tod gesoffen,Suizid,oder Leben vom Sozialamt.Rödeln mit der Sauerstofflasche im Rollator zum Kiosk oder vegetieren in unmöglichen Beziehungen mit Alkis.In jeder Beziehung abgewrackt.
    Sind die wenigsten,die es schaffen.Wenn diese Tatsache schon früher Fakt waren,dann gilt das erst recht für heute,wo die Preise im Keller sind.Dazu die unsäglichen Bedingungen unter denen man heute arbeitet.Das hält die beste Psyche nicht aus. Das war früher viel besser.
    Also es macht Null Sinn,dieser Job.Der Verdienst ist Illusion. Am Ende sind fast alle genauso arm,wie sie am Anfang ihres Werdegangs waren.
    Wer da wieder rauskommt? Das sind die,die sich in allem runterreduzieren können,Geld u. Luxus,auf das Niveau einer Zecke.Sparsam,karg,hart gegen sich und andere.Die kapieren,wann es Zeit ist die Biege zu machen.
    Die anderen vertrösten sich,hoffen auf bessere Tage,obwohl die Luft immer dünner wird und harren aus.Körperlich und geistig immer mehr abbauend. Bis zum bitteren Ende.Dann tun sie überrascht,als ob sie nie gewusst hätten,wie das Spiel ausgeht.Aber die Karten lagen für alle sichtbar,längst auf dem Tisch.Aber dich lenkt das Sinnieren über das Thema nur ab. Vom eigentlichen Problem.Oder von den Chancen,die du hast,wenn du aussteigst aus dieser Knochenmühle.Konzentrieren wir uns erst mal nur auf DICH:-))) Abgesehen von den tausenden elenden Schicksalen,täglich,täts mir schon reichen,wenn du deinen Hintern gerettet kriegst:-))

    AntwortenLöschen