Ein paar Worte zu meinem Blog...

Dieses Blog ist mein privates Tagebuch. Mein Job ist Hure. Bevor ich mein Blog öffentlich gemacht habe, habe ich es seit 2013 nur für mich geschrieben.

Solltet Ihr hier mit der Erwartung lesen, dass es eine Art Pornoblog ist, muß ich Euch also leider enttäuschen... ;-))

Dafür könnt Ihr virtuell an meinem Leben als Sexdienstleisterin und auch als Privatperson teilhaben, wenn Ihr mögt. Was sicherlich ganz anders ausschaut, als viele sich das vorstellen... mehr dazu könnt Ihr bei „Über mich“ lesen.

Mein aktuelles Thema ist der Ausstieg aus diesem Gewerbe, den ich anstrebe, der sich jedoch aus monetären Gründen nicht so einfach gestaltet, wie man sich das vielleicht vorstellt...

Eure Andrea

Mittwoch, 5. April 2017

Blogleser-Kommentar

Hallo B.,

"Wie bist du eigentlich in den Job reingeraten? Bisher habe ich im Blog nichts darüber lesen können (bei knapp 3000 Beiträgen habe ich es vielleicht noch nicht gefunden)."
glaube, habe das auch nur mal kurz im Blog angeschnitten...


Bei mir war es eine ähnliche Geschichte wie bei Huschke Mau und vielen anderen Prostituierten... bin in einer "Familie" aufgewachsen, da brauchst du keine Feinde mehr, wenn du so eine "Familie" hast und war letztendlich nur noch damit beschäftigt, meine Haut zu retten, und wollte nur dort raus. Lebend.

Habe neben der Schule alle möglichen Jobs gemacht, um an ein paar Mark zu kommen und abhauen und ausziehen zu können.Aber kam da nicht zu Potte, denn damals bekamst du als Schülerin ca. 3-4 Mark pro Stunde im Hähnchengrill, in der Spielothek, als Küchenhilfe, in der Fabrik, etc. Unmöglich, zeitnah so viel Geld zu sparen, um eine eigene Wohnung oder ein WG-Zimmer nehmen zu können. Die Lehrer konnten mir damals auch nicht helfen, die meisten wußten auch bescheid, was bei uns zu Hause los ist, aber sie konnten nichts machen. Habe mir dann einen Au Pair Job im Ausland gesucht, um wegzukommen, und auf ein Flugticket gespart, mußte aber vor Saisonbeginn aus meinem Elternhaus raus, an einem Tag, an dem mein Stiefvater mich beinahe umgebracht hätte. Bin mit Polizeischutz dort raus, und da ich irgendwo hin mußte, bin ich quasi in den nächsten Puff... War ein Wohnungsbordell in unserer Stadt, die auch "Anfängerinnen" eine Wohnmöglichkeit und tägliches Bargeld boten. Damit warben sie in ihrer Kollegin gesucht-Anzeige im Wochenblatt. Hatte das vorher schon oft gelesen, und mir irgendwann die Annonce aus der Zeitung rausgerissen und den Papierschnipsel immer bei mir getragen... für "den Notfall" sozusagen. Dann trat der Notfall ein... hatte dort angerufen und bin mit meinem Hab und Gut, zwei Reisetaschen, dort hin und konnte direkt bleiben und anfangen.....

Das war der Anfang.....

Habe nach kurzer Zeit 'nen Typen kennengelernt, außerhalb des Milieus, der aber nicht wollte, dass ich den Job mache, somit habe ich aufgehört und erst mal solide Jobs gemacht. Ins Ausland wollte ich dann auch nicht mehr. Und nachdem ich mich später von dem Mann getrennt hatte, bin ich wieder anschaffen gegangen, weil ich mit meinen soliden Jobs nicht wirklich weit kam und das als ungelernte Kraft auch immer absolute Scheißjobs waren... beim Mäcces auf den Toiletten mit nem Spatel die Scheiße von den Wänden kratzen (kein Joke!) usw., habe ich mich erinnert, wie schnell und damals noch gefühlt leicht, das viele Geld als Nutte verdient war... und letztenendes hatte ich dann "Blut geleckt" und blieb drin hängen...

Jo, das ist jetzt mal die Kurz-Version ;-)

Danke für die guten Zukunftswünsche!

Andrea

Kommentare:

  1. Deswegen wurde ich Punk bin von zuhause abgehauen und war obdachlos. Blut geleckt habe ich bei der Musik - das hat mich befriedigt. Meine Lösung damals?!: Ab nach Berlin, ins besetzte Haus und mit Kumpels ne illegale Flaschenbierkneipe aufgemacht mit Bühne, wo jedes Wochenende ne Band aus dem Punkmillieu gespielt hat. Underdogs Live ;-)
    Geld war uns damals scheiss egal....

    LG Michael

    P.S.: Nein, bin kein Spanner, nur Punk ;-)

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  2. Liebe Andrea
    Deine Geschichte könnte meine sein.Nun ahne ich auch,warum es mir so wichtig ist,wie es dir geht.
    Weil ich im Inneren denke,die Täter von damals dürfen nicht siegen.Darum musst du es schaffen:-)

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